1. Vom Wert des Radfahrens in meinem und in unserem Leben.

Radfahren ist für mich ein Lebenselixier, im Alltag und in der Freizeit. Man erlebt und erfährt die Welt aus einer bestimmten Perspektive, natur- und menschennah, spürt seinen Körper und hat viel Zeit zum Nachdenken. 
Einige Gedanken - Ansichten eines Radlers, der zig- tausende Kilometer auf dem Buckel hat  - habe ich hier aufgeschrieben: beginnend mit Thesen einer speziellen Velosophie, ergänzt durch ein Plädoyer für ein Miteinander im Straßenverkehr und abgeschlossen mit Aspekten zur Sicherheit.

Spezielle Velosophie

These 1: Radfahren bringt Zeitgewinn.
         Jede Minute, die du mit dem Rad fährst, ist eine gewonnene Minute.
         (Jede Minute, die du im Auto im Stau sitzt, ist eine verlorene Minute)
         Auf kurzen Strecken (bis 5 km) in der Stadt ist das Rad das schnellste             
         Verkehrsmittel.

These 2: Radfahren ist gesund.
         Wir sitzen zu viel im Auto, vorm Fernseher oder Computer. Wir bewegen       
         uns zu wenig - mit der Folge von Übergewicht und Herz-Kreislaufproblemen.                     Radfahren ist eine ideale Möglichkeit, mehr Bewegung in unseren Alltag zu 
         integrieren und etwas für unsere Gesundheit zu tun - so ganz nebenbei.

These 3: Radfahren ist emissionsfrei und ein Beitrag zum Klimaschutz
         
Sowohl das Klima als auch unsere Gesundheit leiden unter der                                 
        Luftverschmutzung. Zu den Ursachen gehört unter anderem der Verkehr 
         auf den Straßen, in der Luft und auf dem Wasser. Beim Radfahren werden                          weder das Treibhausgas CO2 ausgestoßen, noch das gesundheitsschädliche             
        NO2 oder Feinstaub. Es ist weitgehend emissionsfrei, ökologisch und                       
        nachhaltig. Wenn du einen Beitrag zu sauberer Luft und Klimaschutz leisten           
        willst, dann lass das Auto stehen und geh zu Fuß oder fahr mit deinem Rad.

These 4: Radfahren ist Lärmschutz
         Wir leiden unter dem Großstadtlärm, der zum Großteil durch Maschinen   
         verursacht wird, auch durch Autos, Flugzeuge und Bahnen. Radfahren ist im
         Prinzip lautlos, außer wenn dein Schutzblech klappert oder die Kette   
         knirscht. Dem kannst du ja leicht abhelfen. Und auch dein Schnauben wird
         durch mehr Training weniger.

These 5: Radfahren ist raumsparend.
          Auf einem Autostellplatz können 10 Fahrräder parken. Auf einer Autospur             
          transportiert das Fahrrad fünf- bis siebenmal so viele Personen wir das       
          Auto. Radverkehr schafft Platz auf den Straßen!

These 6: Radfahren ist kommunikativ.
         Als Radfahrer kann man leicht ins Gespräch kommen, mit Fußgängern und
         anderen Radlern. Man muss ja keine Scheibe runter kurbeln. Auf unseren
         Radtouren haben wir viele fremde Menschen zufällig gesprochen, bei einem Stopp
         oder auch beim Überholen.

These 7: Radfahren macht Spaß
         Oft, nicht immer. Es macht Spaß auf breiten Radwegen mit glatter     
         Oberfläche und bei gutem Wetter. Für Regen gibt es schützende Kleidung.
         Keinen Spaß machen zugeparkte Radwege, umständliche Wegführungen 
         und Autos, die einen abdrängen. Eine fahrradfreundliche Stadt, wie
         Münster oder Kopenhagen, kann den Spaß vermehren.

These 8: Sicherheit ist wichtig: Sehen und gesehen zu werden ist ein großes     
          Glück auf Erden.
         
Wenn du nicht siehst oder nicht gesehen wirst, kann es krachen, mit fatalen            
         Folgen. Wir fahren immer mit Warnweste und reflektierenden Stulpen in 
         Leuchtfarbe. So werden wir fünfmal besser gesehen als ohne. Für die 
         Dunkelheit haben wir helles Licht vorne und hinten. Und wir tragen immer 
         einen Helm in Leuchtfarbe, mit einschaltbarem Blinklicht.