V e l o s o p h i e

Life is like riding a bicycle. 

To keep your ballance you must keep moving

Ich bin zwar nicht Albert Einstein, von dem das Zitat stammt,
aber ich bezeichne mich gern als Velosophen:
Ich fahre Fahrrad, also bin ich.
Radfahren ist für mich ein Lebenselixier. Man erlebt und erfährt die Welt aus einer bestimmten Perspektive und hat viel Zeit zum Nachdenken. Einige Gedanken
- Ansichten eines Radfahrers - habe ich als Thesen aufgeschrieben.

Im speziellen Teil geht es um den Wert des Radfahrens in meinem und unserem Leben, 
und im allgemeinen Teil geht es um die Verantwortung im Straßenverkehr.
Zusätzlich widmet sich meine Velosophie auch einigen Einzelfragen.



1. Thesen 

zum Lebenswert 

des Radfahrens

These 1: Radfahren bringt Zeitgewinn.
         Jede Minute, die du mit dem Rad fährst, ist eine gewonnene Minute.
         (Jede Minute, die du im Auto im Stau sitzt, ist eine verlorene Minute)
         Auf kurzen Strecken (bis 5 km) in der Stadt ist das Rad das schnellste             
         Verkehrsmittel.

These 2: Radfahren ist gesund.
         Wir sitzen zu viel im Auto, vorm Fernseher oder Computer. Wir bewegen       
         uns zu wenig - mit der Folge von Übergewicht und Herz-Kreislaufproblemen.                     Radfahren ist eine ideale Möglichkeit, mehr Bewegung in unseren Alltag zu 
         integrieren und etwas für unsere Gesundheit zu tun - so ganz nebenbei.

These 3: Radfahren ist emissionsfrei und ein Beitrag zum Klimaschutz
         
Sowohl das Klima als auch unsere Gesundheit leiden unter der                                 
        Luftverschmutzung. Zu den Ursachen gehört unter anderem der Verkehr 
         auf den Straßen, in der Luft und auf dem Wasser. Beim Radfahren werden                          weder das Treibhausgas CO2 ausgestoßen, noch das gesundheitsschädliche             
        NO2 oder Feinstaub. Es ist weitgehend emissionsfrei, ökologisch und                       
        nachhaltig. Wenn du einen Beitrag zu sauberer Luft und Klimaschutz leisten           
        willst, dann lass das Auto stehen und geh zu Fuß oder fahr mit deinem Rad.

These 4: Radfahren ist Lärmschutz
         Wir leiden unter dem Großstadtlärm, der zum Großteil durch Maschinen   
         verursacht wird, auch durch Autos, Flugzeuge und Bahnen. Radfahren ist im
         Prinzip lautlos, außer wenn dein Schutzblech klappert oder die Kette   
         knirscht. Dem kannst du ja leicht abhelfen. Und auch dein Schnauben wird
         durch mehr Training weniger.

These 5: Radfahren ist raumsparend.
          Auf einem Autostellplatz können 10 Fahrräder parken. Auf einer Autospur             
          transportiert das Fahrrad fünf- bis siebenmal so viele Personen wir das       
          Auto. Radverkehr schafft Platz auf den Straßen!

These 6: Radfahren ist kommunikativ.
         Als Radfahrer kann man leicht ins Gespräch kommen, mit Fußgängern und
         anderen Radlern. Man muss ja keine Scheibe runter kurbeln. Auf unseren
         Radtouren haben wir viele fremde Menschen zufällig gesprochen, bei einem Stopp
         oder auch beim Überholen.

These 7: Radfahren macht Spaß
         Oft, nicht immer. Es macht Spaß auf breiten Radwegen mit glatter     
         Oberfläche und bei gutem Wetter. Für Regen gibt es schützende Kleidung.
         Keinen Spaß machen zugeparkte Radwege, umständliche Wegführungen 
         und Autos, die einen abdrängen. Eine fahrradfreundliche Stadt, wie
         Münster oder Kopenhagen, kann den Spaß vermehren.

These 8: Sicherheit ist wichtig: Sehen und gesehen zu werden ist ein großes     
          Glück auf Erden.
         
Wenn du nicht siehst oder nicht gesehen wirst, kann es krachen, mit fatalen            
         Folgen. Wir fahren immer mit Warnweste und reflektierenden Stulpen in 
         Leuchtfarbe. So werden wir fünfmal besser gesehen als ohne. Für die 
         Dunkelheit haben wir helles Licht vorne und hinten. Und wir tragen immer 
         einen Helm in Leuchtfarbe, mit einschaltbarem Blinklicht. 

2. Miteinander 

statt 

gegeneinander!


Thesen zu 

deiner, meiner und unserer

Verantwortung 

im Straßenverkehr .


These 1: Rücksicht schafft ein entspanntes Miteinander!
            Vorsicht, Umsicht, Rücksicht und Nachsicht sind die Grundlagen
            eines respektvollen Umgangs der Verkehrsteilnehmer untereinander
            und schaffen ein entspanntes Miteinander.
            Im Gegenteil schafft das selbst genommene Vorrecht, Verkehrsregeln                                  missachten zu dürfen, aber andere für die Nichtbeachtung von       
            Vorschriften zu maßregeln, Unfrieden, Ärger, Wut und Aggressionen.

These 2: Du bist Vorbild für das Verkehrs-Klima und trägst Verantwortung!
          Wir sind im Verkehr oft angespannt und gereizt, wir schimpfen und     
          beschimpfen andere und werden sogar aggressiv.
          Und wie ist das bei dir? Bedenke, du bist mit deinem Verhalten immer ein 
          Vorbild für andere, zu jeder Zeit, ob du willst oder nicht, im positiven wie im                        negativen Sinne. Du trägst für das Verkehrsklima ein Mitverantwortung.

These 3: Autos verursachen Staus
          Autofahrer ärgern sich, wenn sie im Stau stecken. Sie schimpfen auf den Anlass 
          des Staus. Aber eigentlich sind sie ein Teil des Problems. Es gibt einfach zu viele
          Autos, die die Straßen verstopfen. Die Kapazität der Straßen ist erschöpft, ein
          Ausbau z.T. kaum noch möglich. Kleine Verbesserungen sind zwar durch besseres
          Baustellen-Management und vorausschauenderes Fahren möglich. Aber zur
          Lösung des Problems ist ein Umdenken erforderlich, andere Verkehrsmittel zu
          benutzen und Autofahrten auf das Notwendige zu beschränken.

These 4: Mehr Straßen - mehr Verkehr, weniger Straßen - weniger Verkehr
           
Zur Bewältigung zunehmenden Autoverkehrs wurde jeglicher freie Stadtraum mit
           rollendem und stehendem Verkehr belegt. Doch hat der Bau von noch mehr
           Straßen und Parkplätzen noch mehr Verkehr zur Folge, eine Einladung Autos zu
           kaufen und das Auto mehr zu benutzen. Für die entgegengesetzte Spirale,
           weniger Straßen und Parkplätze führen zu weniger Autoverkehr, liefert Jan Gehl
           diverse Beispiele (San Francisco, London, Kopenhagen)

These 5: Mobile Bedürfnisse und Klimakatastrophe
             
Wir leben in einer mobilen Gesellschaft mit starken mobilen Bedürfnissen.
           Und wir leben in einer Zeit mit einer drohenden Klimakatastrophe.
            Es ist an der Zeit, dass wir für unsere Wege auch die Ökologie und
            Nachhaltigkeit mit bedenken. Welches Verkehrsmittel ist das
            umweltfreundlichste? Z.B. Bahn statt Flugzeug/Auto oder Fahrrad statt
            Auto.

These 6: Nimm dir Zeit und nicht das Leben!
               
Die  Hektik des Alltags und der zähflüssige Autoverkehr animieren uns immer 
             wieder zu riskantem Verhalten im Straßenverkehr (überhöhte Geschwindigkeit, 
             bedenkliche Überholmanöver, Ausreizen der Gelb-Rot-Phase von Ampeln) - um 
             Zeit zu sparen. Wir gefährden uns und andere Verkehrsteilnehmer. Starte   
             rechtzeitig und gelassen, um sicher am Ziel anzukommen.

Kommentare

Der Verkehrspolitische Sprecher des ADAC Hansa, Carsten Willms, äußert in DIE ZEIT vom 28.02.19: "Wenn der Radverkehr gut läuft, haben die Autofahrer mehr Platz auf der Straße und können besser fahren. Davon profitieren alle." ... Der Ausbau des Radverkehrs ist vergleichsweise billig. Sein wichtigstes Anliegen aber ist der Verkehrsfrieden, durch eine einvernehmliche Verbesserung von Infrastruktur, Verkehrssicherheit, Innovation und Verkehrsmoral. "Gerade im Verkehr nehmen Emotionen und Extrempositionen dramatisch zu. Ein Verkehrsfrieden könnte vieles entspannen."



Einzelfragen

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