Von unseren Umbauvorschlägen zur Ausführungsplanung

Erst bauen wir den Platz, dann prägt er uns.                            Plätze inspirieren Bürger, sind die Bühne für Aktivitäten. 

Wir von der Initiative "Für ein lebenswertes Sasel" (Ini FelS) wollen den Saseler Markt anziehender, lebendiger und funktionaler gestalten. Unser „Dorf“ mit seinen historischen Backsteingebäuden soll ein lebens- und liebenswerter Ortskern für alle werden, der zum Kommen und Verweilen einlädt und neben guten Einkaufs- und Servicemöglichkeiten (Nahversorgungszentrum) noch vieles Anziehendes zu bieten hat.  Kurz: ein Marktplatz, mit dem sich die Saseler identifizieren können. Doch was ist in der konkreten Ausführungspalnung (2020) davon geblieben?

Als die konkrete Ausführungsplanung 2019 angekündigt wird, schicken wir unsere Ini FelS Eckpunkte (siehe oben) den Planern zugeschickt. Wir werden zu einem Vorgespräch eingeladen, in dem auf unsere Vorschläge eingegangen wird. Viele Vorschläge können aus verschiedenen Gründen nicht umgesetzt werden. Noch im Februar 2020 gibt es eine gut besuchte öffentlich  Informationsveranstaltung zur Neugestaltung des Saseler Marktes, die protokolliert wird (Protokoll VA Saseler Markt 2020 02 11 mit Anm MR 21 unter hamburg.de/contentblob/3676440/...). Ende August wird die endgültige Planung dann im Regionalausschuss Alstertal vorgestellt. Die notwendigen Baumfällungen sollen ab Oktober 2020 beginnen, der Umbau im Frühjahr 2021.

Zur Präsentation der endgültigen Ausführungsplanung nehmen wir wie folgt Stellung:
Wir begrüßen ausdrücklich den Fortschritt bei der Planung der Neugestaltung
des Saseler Marktes und die konstruktive Zusammenarbeit mit den Planern.

1. „Ring 3“ eine falsche Bezeichnung für die Straße „Saseler Markt“ (gesamter
Erläuterungsbericht) Im gesamten Erläuterungsbericht wird immer wieder die Bezeichnung „Ring 3“ für die Hauptstraße „Saseler Markt“ (nördlich und östlich des Marktplatzes) verwendet. Der „Ring 3“„endet von Westen kommend an der Kreuzung Stadtbahnstraße/Saseler Chaussee. Die tangentiale Verlängerung Stadtbahnstraße-Berner Weg …. wurde im Zuge der Neustrukturierung des Hauptverkehrsstraßennetzes im Jahre 2006 aus dem Hauptverkehrsstraßennetz herausgenommen“ (Drucksache 18/7450 vom 27.11.2007.) Wir bitten darum, dies zur Kenntnis zu nehmen und den Begriff „Ring 3“ zur Bezeichnung der Straße „Saseler Markt“ nicht weiter zu verwenden.

2. Überweg zwischen Parkplatz und autofreiem Platz.
Wir begrüßen, dass zumindest die eine Hälfte des Marktplatzes autofrei werden soll. Durch den erforderlichen Übergang zwischen den beiden Plätzen besteht jedoch die große Gefahr, dass (auch) der autofreie Platz als Kfz-Parkplatz genutzt wird. Dafür haben die Planer eine geniale Lösung mit Längsstellplätzen gefunden. Die Praxis wird zeigen, ob die Maßnahme den gewünschten Erfolg bringt. Das werden wir kontrollieren.

3. Radverkehrliche Planungen
Erfreulich ist, dass die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder deutlich erhöht werden sollen. Ansonsten wird aber die Attraktivität des Saseler Marktes für Radfahrer nicht erhöht. Das passt nicht in eine Stadt und einen Bezirk, in dem die Politiker für eine Förderung des Radverkehrs eintreten wollen.

3.1 Der Saseler Markt ist ein Knotenpunkt für den Raddurchgangsverkehr. So führen die
Veloroute 14, eine Bezirksroute (von Wandsbek Markt nach Duvenstedt) sowie der
Schülerverkehr von und zu verschiedenen Schulen quer durch das Planungsgebiet, ohne allerdings im Planungsteil des Erläuterungsberichtes erwähnt zu werden. Es ist erforderlich, die Planung auch für den durchgehenden Radverkehr so zu konkretisieren, dass eine klare und sichere Führung (jeweils in beide Richtungen) für den Radfahrer erkennbar wir. Dem ungeklärten Status der Bezirksroute werden wir getrennt nachgehen.

3.2 Die Aufhebung der Serviceregelung für Radfahrer auf der Nord- und Ostseite der
Platzfläche und die Ableitung des Radverkehrs auf die Fahrbahn in den Mischverkehr der vierspurigen Hauptstraße, wie im Erläuterungsbericht geschildert, ist laut Referenten vom Tisch. Das freut uns.

3.3 Fahrradstellplätze für Lastenräder und Anhängergespanne sind laut Referenten nun auch rund um den Marktplatz geplant. Auch das nehmen wir erfreut zur Kenntnis. Ob eine Station von StadtRad sinnvoll ist, stellen wir allerdings in Frage (Wer wird das nutzen?)

3.4 In der Straße Saseler Markt, am Ende des Wendehammers der Sackgasse soll für den Radverkehr in Richtung Berner Weg und Waldweg laut Referenten eine Führung mit dem Verkehrsschild „Radfahren erlaubt“ vorgesehen werden.

4. Zum Beleuchtungskonzept (3.1.8 Öffentliche Beleuchtung)
Wir wünschen uns ein einheitliches Konzept, z.B. gleiche Lampen wie vor dem Saselhaus, einem breiten Schirm und warm weißem Licht, das eine gemütliche Atmosphäre schafft. Die notwendige Helligkeit sollte durch mehr Lampen statt durch hellere erreicht werden.

Wir freuen uns, dass nach so vielen Jahren die Planung der Neugestaltung des Saseler Marktplatzes endlich konkretisiert wird. Wir bedauern, dass das Planungsgebiet, das anfangs das gesamte Saseler Zentrum (Saseler Markt) mit seinen verkehrlichen Problemen umfasste, im Verlauf des Planungsprozesses eingeschränkt wurde auf den engeren Marktplatz. Und wir bedauern, dass so viele Bäume gefällt werden müssen.
Wir brauchen und wollen ein attraktives Saseler Zentrum. Dafür ist die Verschönerung des Marktplatzes ein wichtiger Schritt. Aber es gibt drum herum viele Verkehrsprobleme. Die Erreichbarkeit und die Mobilitätsmöglichkeiten im Zentrum sind z.T. nicht fußgänger- und/ oder radfahrerfreundlich. Von der Fahrradstadt Hamburg merkt man in Sasel so gut wie nichts. Die Neugestaltung des Marktplatzes ist eine kleinteilige Maßnahme, die für sich genommen eine Verschönerung bringt, die aber nicht in ein Gesamtkonzept integriert ist. Leider kein großer Wurf – nur ein kleiner.
Wir bitten deshalb die Lokalpolitiker, sich weiter für die dringend notwendige Verbesserung der Verkehrssituation insbesondere für Fußgänger und Radfahrer am Saseler Markt einzusetzen.

Fazit: Wir bekommen einen neuen Marktplatz mit viel Grün, vielen Sitzmöglichkeiten und Fahrradstellplätzen. Die parkenden Autos blockieren nur noch die eine Hälfte  des Platzes, die andere Hälfte wird autofrei und kann von den Bürgern frei genutzt und mit Leben gefüllt werden. Für Radfahrer gibt es zwar mehr Stellplätze, aber die Erreichbar- keit oder Querung wurden nicht attraktiver. Leider gibt es rund um den Marktplatz viele verkehrliche Probleme, die dringend einer Lösung bedürfen. Dennoch freuen wir uns und sind gespannt, wie der neue Platz das soziale Leben im Zentrum beleben wird.