Das Herz Sasels

war der lebendige Marktplatz, einer der letzten gewach-senen Marktplätze Hamburgs, die noch geblieben sind. Das Ensemble der umrahmenden historischen Backsteinbauten, die einen hohen architektonischen Reiz haben, prägen seit fast 100 Jahren den lange Zeit beliebten Ortskern. Er erinnert an Sasels Geschichte und bildet einen Identifikationspunkt für die Saseler Bürger. 
Leider wurde durch die Führung einer Hauptverkehrs-ader mitten durch das Zentrum dieses Herz zerschnit-ten. Proteste der Saseler konnten Schlimmeres verhüten aber der Schnitt bleibt. Und als mögliche existenzielle Bedrohung wurden das neue Alster-Einkaufszentrum (AEZ) und seine Erweiterung empfunden.

 Was braucht ein Stadtteilzentrum  wie der Saseler Markt, um attraktiv zu sein? Ein Plädoyer.

Menschen brauchen Plätze  und Plätze brauchen Menschen.
Der Architekt Jan Gehl, der sich mit der Umgestaltung Kopenhagens einen Namen gemacht hat, plädiert in seinem gleichnamigen Buch für "Städte für Menschen". Seine Gedanken und Erfahrungen habe ich aufgenommen und sehr komprimiert auf den Saseler Marktplatz bezogen. Der Mensch soll das Maß der Dinge sein. Erlebnis- und Versorgungsmöglichkeiten sollen Menschen anlocken zu kommen und zu bleiben.

Um möglichst viele Bedürfnisse wohnortnah befriedigen zu Können,
im Stadtteil, im Ortszentrum, dazu brauchen die Menschen:
-  Freiräume und eine gute Infrastruktur für notwendige Aktivitäten
    (einkaufen, sich versorgen, arbeiten, zur Schule, in die Kita gehen ...)
-  vielfältige Angebote für freiwillige Aktivitäten
    (sich erholen, die Zeit vertreiben, sich bewegen, Sport treiben, genießen, sich 
    aufzuhalten ...),
-  lebendige Orte für soziale Aktivitäten
    (sich treffen, begegnen, austauschen ...).
-   Die Menschen sollen gesund, sicher und nachhaltig leben können.
     Dazu gehören auch bequeme und sichere Fuß- und Radwege und gut
     erreichbarer ÖPN-Verkehr.

Aktuell gibt es in Hamburg und in Wandsbek zahlreiche Initiativen und Aktionen
zur Erhöhung der Aufenthalts- Erlebnis- und Lebensqualität von öffentlichen Räumen, Ortskernen und Plätzen. Darin spiegelt sich ein Umdenken von Stadt- und Verkehrsplanern und Politikern wieder, u.a. auch bei der Verkehrs- und Quartiersentwicklung. Die Gründe für das Umdenken liegen in zahlreichen problematischen Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte, wie die Luftverschmutzung mit ihrer Gesundheitsgefährdung und der Klimabelastung, der Lärmbelästigung durch den Auto- und Luftverkehr und dem unersättlichen Flächenbedarf des automobilen Individualverkehrs. Auf Grund der negativen Auswirkungen ist die autogerechte Stadt nicht mehr zukunftsfähig. Es geht darum, die öffentlichen Räume, Ortskerne und Plätze wieder den Menschen zurück zu geben. Mit den Worten „Hier wachsen Lebensräume, in denen sich Menschen begegnen können, die zum Verweilen, Ausruhen und Innehalten einladen“ kommentiert Hamburgs Stadtentwicklungs-Senatorin Stapelfeld (2018) die geplante Sanierung von 13 öffentlichen Plätzen, mit der 2019 begonnen werden soll. Der Saseler Marktplatz gehört dazu. (siehe Netzwerk/ Sasel/ städtebauliche Konzepte und Pläne)

Wir Saseler freuen uns:
endlich, nach über zehnjährigem Ringen soll die Ausführungsplanung für den Saseler Markt beginnen. Eine Chance für eine lebenswertere Zukunft eines historischen, grünen Nahversorgungszentrums. Durch die von der Bezirksversammlung beauftragten Gutachten von 2008 und 2012 und dem verbindlichen Konsens von 2014 ist der Rahmen vorgegeben, der noch genug Spielraum lässt für eine attraktive, lebendige und lebenswerte Gestaltung des Marktplatzes.

Leider wurde die Umgestaltung des Ortskerns im arbos-Gutachten (2012) begrenzt auf den engeren Marktplatz und die Straße und Gebäude am südlichen Rand. Dadurch wird die dringend notwendige Lösung erheblicher verkehrlicher Probleme der anderen anliegenden Straßen und Knoten ausgeklammert. Ebenso entfallen weitere Überlegungen zur Integration des gesamten Ortskerns und die Verbindung zum Saseler Park und Saselhaus, wie sie das Gutachten von "Büro Düsterhöft und konsalt" (2008) anregt. Und es fehlt ein Nahmobilitätskonzept, das unbedingt zur beabsichtigten Stärkung des Nahversorgungszentrums gehört. Wir von der Ini FelS werden die Lösung diese verkehrlichen Probleme weiter bei Politik und Verwaltung anmahnen.

Wir ("Ini Fels") setzen uns ein für einen lebendigen grünen Marktplatz mit viel Anziehungskraft, wohin die Menschen gern kommen, um sich zu treffen, sich auszutauschen, zu amüsieren und zu entspannen. Wo sich das Dorfleben positiv entfalten kann. Der Saseler Markt soll menschlicher werden, ein Platz für alle Menschen. Dieser Gedanke leitet unsere Vorstellungen, die auf der Unterseite "Umbauvorschläge" aufgelistet sind. Grundlage dafür ist der Konsens von 2014, der für uns verbindlich und nicht erneut verhandelbar ist.

Erst bauen wir den Platz, dann prägt er uns. 

Plätze inspirieren Bürger, sind die Bühne für Aktivitäten.