Fahrraddorf Sasel

oder Fahrradmodellquartier,                            als Teil eines Nahmobilitätskonzeptes.
Das hört sich utopisch an. Es ist eine Idee, ein Wunschtraum und vielleicht auch ein realisierbares Ziel. Die Bedingungen in Sasel wären geeignet dafür.
Der Ortskern kann aus ganz Sasel gut mit dem Rad erreicht werden Die maximale Entfernung beträgt weniger als 3 km. Viele Saseler nehmen schon heute das Rad, um in ihr Dorf zu fahren. 

Aber es gibt auch große Mängel in der Radverkehrsführung im Saseler Ortszentrum. Es müsste viel getan werden, damit Sasel wirklich Rad fährt.

Umsteigen auf´s Rad?!

Das "Fahrraddorf " ist für mich kein Selbstzweck, sondern ein Mittel für verschiedene Zwecke, zur Lösung verkehrlicher Probleme, zum Klima- und Lärmschutz sowie zur Gesundheitsförderung. Radverkehr ist vergleichsweise billig, platzsparend und entlastet die Straßen, ein Bestandteil einer grünen Mobilität. Und "Fahrraddorf" oder "Fahrradmodellquartier"könnte ein zusätzliches "Markenzeichen" für den historischen Ortskern Sasel werden, als Treffpunkt für Radler aus den umliegenden Wohngebieten. 


Wir von der Initiative Für ein lebneswertes Sasel" (Ini FelS haben 2015 im Rahmen der Planungen für ein "Radverkehrskonzept Wandsbek" für Sasel eine Bestandsaufnahme und Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Positiv ist, dass Sasel fast flächendeckend Tempo 30 Zonen hat, so dass man überwiegend gut Radfahren kann. (Für noch nicht temporeduzierte Nebenstraßen hat die "Ini FelS" mit Eingaben  Tempo 30 km/h gefordert). Unser Fazit war damals, dass durch eine Pflege und Instandsetzung der bestehenden Radwege in den Tempo-50-Straßen eine deutliche Verbesserung des lokalen Streckennetzes erreicht werden könnte, auch wenn die Radwege nicht mehr ganz den aktuellen Bestimmungen entsprechen. Positiv ist die Radverkehrsführung nach dem Umbau an der Kratzmann-Kreuzung (plus anschließende Radwege an der Stadtbahnstraße). Es fehlt nur die Einfärbung der Radfurten.

Die Radverkehrs-Situation im Saseler Ortszentrum
ist weitgehend fahrradunfreundlich und weit entfernt von einem Fahrraddorf oder einem Stadtteil einer Fahrradstadt. Bei der folgenden Beschreibung handelt sich überwiegend um eine Mängelliste der Radverkehrsführung am Saseler Markt, in den anliegenden Hauptstraßen und an den Einmündungen der Nebenstraßen:

Am nördlichen und östlichen Rand des Marktplatzes
ist es für Radler zu eng, deshalb wurde das Radfahrgebot aufgehoben. Hier auf der Hautstraße zu fahren ist selbst mir zu gefährlich, zumindest zu stressig. Die Radverkehrsführung wird aber hoffentlich im Zuge der anstehenden Umgestaltung des Marktplatzes verbessert.
Östlich der Hauptstraße vor der Ladenzeile
ist der Radweg zu eng, Befahrbarkeit in Gegenrichtung wäre wünschenswert, Lösung? Entschärfung durch Tempo 30!
Nördlich der Hauptstraße

fehlt die Erlaubnis in Gegenrichtung zu fahren, obwohl genug Platz wäre. Dadurch kommt es zu häufigen Regelverstößen. Es besteht Änderungsbedarf.

2 Fahrradrouten führen durch den Saseler Markt,
was zu begrüßen ist, die "Veloroute 14" und die "Bezirkliche Route 2" (Duvenstedt- Wandsbek Markt). Die Führung der "Veloroute 14" in Richtung Ost ist gut fahrbar, in Richtung West besteht dringender Überarbeitungsbedarf. Die Führung der "Bezirksroute 2" ist unklar und so inakzeptabel.

Die Hauptstraßen vom und zum Saseler Markt:
Die Stadtbahnstraße
ist nach der Sanierung in beiden Richtungen gut befahrbar.
Der Waldweg (westlicher Abschnitt) ist für Radfahrer eine Zumutung, kein Radweg, schmaler Fußweg mit Radfahr-Erlaubnis, schmale Fahrbahn mit Tempo 50 km/h, hohes Verkehrsaufkommen, Blockierungen durch ruhenden oder parkplatzsuchenden Verkehr. Eine befriedigende Lösung ist nicht in Sicht, auch nach der geplanten Sanierung nicht, denn die alten Bäume müssen erhalten bleiben. Als Not- und Sofortlösung trete ich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h ein.
Der Berner Weg ist für Radfahrer ebenso eine Zumutung. Der alte Radweg ist zu schmal, auf der Fahrbahn wird man von den Autos bedrängt. Sofortlösung: Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30.

Die Einmündungen (Knoten) der Nebenstraßen am Saseler Markt
sind gekennzeichnet durch ein lange bekanntes Konflikt- und Gefahrenpotential (siehe Gutachten von Büro Düsterhöft und konsalt).
Die Einmündung Saseler Parkweg
,
der keine Tempo 30 km/h Begrenzung hat, bietet folgende Probleme:
U-Turns der Autos aus der Kunaustraße, Unübersichtlichkeit für ausfahrende Autos, dadurch u.a. zu wenig Aufmerksamkeit für querenden Radverkehr, Bettelampel und Radwegführung animieren Radfahrer zu Regelverstößen (z.B. Fahrten auf dem Gehweg oder auf der falschen Seite). Es besteht dringender Änderungsbedarf. Entschärfung durch Tempo 30!
Die Einmündung Stratenbarg
(Tempo 30 Zone) weist eine gefährliche Querung für Radfahrer auf,
wegen einbiegender und ausfahrender Autos. Abhilfe würde hier Aufpflasterung schaffen. Entschärfung durch Tempo 30!
Die Ausfahrt Kunaustraße
(Tempo 30 Zone), am Knoten Stadtbahnstraße/Saseler Markt, hat ein Rechts-Abbiege-Gebot, das die Autofahrer zum Regelverstoß und U-Turns animiert und die angrenzenden Wohngebiete mit vermeidbarem Lieferverkehr belastet. Eine Überarbeitung ist dringend erforderlich. Außerdem ist die verschwenkte Querung des Radweges im Verlauf Stadtbahnstraße-SaselerMarkt  gefährlich. Abhilfe schafft eine gradlinige Führung des Radweges. Entschärfung durch Tempo 30!
Der Knoten Kunaustraße/ Saseler Markt Süd
ist unübersichtlich; eine Shared Space Lösung sollte geprüft werden, z.B. mit Aufpflasterung und soweit wie möglich in den anliegenden Straßen.
Die Einmündung Dweerblöcken ist so wie sie ist akzeptabel.

Um mehr Saseler zu bewegen, mit ihrem Rad ins Dorf zu fahren,
statt mit dem Auto, muss die Radverkehrssituation rund um den Saseler Markt dringend verbessert werden. Der Ortskern ist fahrradunfreundlich und passt in keinster Weise zu einer Fahrradstadt oder einem Fahrraddorf. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Für mehr Verkehrssicherheit am Saseler Markt und Förderung des Radverkehrs setzt sich auch der Heimatverein "Unser Sasel e.V." ein

Untersuchungen in Kopenhagen haben gezeigt, dass der Hauptgrund für den hohen Anteil des Radverkehrs darin liegt, dass das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel und sicher ist.

Wenn wir Sasel zu einem Fahrraddorf entwickeln wollen,
dann brauchen wir für Fußgänger und Radfahrer im Saseler Ortszentrum:
Vorrang für den Fuß- und Radverkehr vor dem Durchgangsverkehr
Vorrang bei der Verteilung von Verkehrsflächen
bevorzugte Ampelschaltungen, so dass sich die Wegzeiten verkürzen
zügige, breite, bequeme und sichere Radwege mit direkter Wegführung;
     
auch für Lastenräder und Fahrräder mit Anhängern  
-  sichere und überdachte Stellplätze.
-  Tempo-30 km/h auf den Hauptstraßen


Wir müssen mit den positiven Seiten des Radfahrens werben,
dass es  klimafreundlich, gesund und platzsparend ist, mit Aktionen und Slogans wie "Sasel fährt Rad", "Mit dem Rad ins Dorf" oder "Mit dem Rad - dem Klima zu Liebe". Ein weiterer Slogan könnte sein "Tran-Sport: ich bewege mich, tue etwas für meine Gesundheit, leiste einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz und es macht dazu noch Spaß".

Weitere Ideen, die zu einem urigen Fahrrad-Dorf gehören, sind natürlich ausreichend überdachte Stellplätze, auch abschließbare;
ein Fahrrad-Cafe, eine Fahrrad-Service-Station;
ausleihbare Packtaschen und Fahrradkörbe, Lastenräder (z.B. StadtRAD, Alstertaler Lasterad, Klara) und Radanhänger; Fahrradkuriere, -lieferservice und -taxi

Wie weit ist es noch bis zum "Fahrraddorf Sasel"?
In den vielen Tempo-30 Zonen können wir zufriedenstellend radeln. Im Zentrum ist die Situation für Radfahrer äußerst unbefriedigend, ein Armutszeugnis für eine Fahrradstadt. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Eine deutliche Verbesserung würde ein Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 in der Hauptstraße am Saseler Markt bringen, und die wäre vergleichsweise einfach umzusetzen.
Mit ernstem politischem Willen, mutigen Entscheidungen und großem Engagement, auf der Welle "Fahrradstadt" reitend, könnten wir uns dem Ziel weiter annähern.
Zunächst aber bleibt der Weg das Ziel.